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TJ Slavoj Stod - TJ Slavoj Dvorec

05.11.2017 - Stod/Tschechien
Stadion
60 Zuschauer
Plzen jih - lll. trida muzu

TJ Slavoj Stod - TJ Slavoj Dvorec 3:0


Nach meinem erfreulichen Erlebnis in Wilhelmsburg war der Sonntag diesmal die Hauptattraktion an diesem Wochenende. Dank meiner Akkreditierung beim FC Viktoria Pilsen war für mich nun die große Frage, wie der Tagesausflug gestaltet werden könnte!

Die Fahrzeit von vier Stunden über diverse Landstraßen und die zusätzliche schlechte Wettervorhersage ließ generell viele Fragezeichen offen. Dennoch entschied ich mich, dem "Problem" keine Beachtung zu schenken und mit großer Motivation das volle Programm zu starten.

Nachdem der lange Hinweg in die viertgrößte Stadt Tschechiens geschafft war, lag der kulturelle Schwerpunkt ganz klar auf dem Hauptplatz - beziehungsweise der bekannten Kathedrale, die sogar einen Turm ganzjährig für Touristen zur Verfügung hat!

Um umgerechnet zwei Euro musste man diesen ohne Lift im wahrsten Sinne des Wortes erklimmen - bei offiziell 300 Stufen eine kleine sportliche Herausforderung.

Die restlichen Sehenswürdigkeiten rund um das Zentrum wurden insgesamt ohne viel Zeitdruck besichtigt ehe die Zeit gekommen war, zum wichtigsten Teil des Tages überzugehen: dem Fußball!

Nach langer Suche im Internet zahlte sich die Geduld aus und führte mich schließlich zu einem Unterhausspiel nach Stod, dessen Kleinstadt (!) nur 25 Minuten von Pilsen entfernt ist und daher ins Beuteschema passte.

Weil es hier kein Flutlicht gibt, passte der frühe Anpfiff um 14 Uhr perfekt in die Planung und somit auch zum Tagesverlauf!

Dank meiner Recherche wurde die Sportanlage sofort gefunden, die gegenüber der örtlichen Schule an der Hauptstraße liegt - dementsprechend viele Parkplätze waren auch deshalb vorhanden.

Wie man schnell feststellte ist das Vereinsgelände öffentlich betretbar, eine Kassa war absolut nirgends in Sicht. Etwas kurios ist dennoch die Tatsache, dass auf der Spielankündigung der Eintrittspreis mit zwanzig Kronen festgelegt war!

Umso beeindruckender war das Konstrukt der Tribüne, die für alle Wetterverhältnisse angepasst ist:

Die ersten zehn Holzbankreihen sind im Sommer bestimmt äußerst beliebt und sogar in einem kleinen Hügel eingebettet, um für die beste Sicht zu sorgen.

Weiters kann man auf der altehrwürdigen Tribüne Platz nehmen, die direkt hinter den Holzbänken gebaut worden war um vor Wind oder Regen zu schützen. Einem Fußballromantiker würde bei diesem Bau definitiv das Herz aufgehen!

In der Tabelle liegen die Heimischen in den Top 3 und brauchten somit einen Sieg gegen den angereisten Mittelständler, um im Titelrennen weiterhin ein Wörtchen mitzureden zu können.

Bis zum Anpfiff blieben noch einige Minuten, um sich das Stadion genauer anzusehen. Mein erstes Ziel galt daher dem Ausschank, der glücklicherweise die hoch angepriesene Klobasa im Sortiment aufgenommen hat und auch frisch verkaufte.

Nach dieser Stärkung holte die durchaus hübsche Schiedsrichterin "Helena Salkova" die Mannschaften zu sich, um das Meisterschaftsspiel endlich zu starten..

Zum Spiel: Bereits in der Anfangsphase war zu erkennen, dass die Heimischen aktiver und motivierter an die Sache ran gingen. Das 1:0 nach gerade mal 13. Minuten hatte sich somit deutlich abgezeichnet, dessen Führung sie nicht mehr abgeben sollten!
Spätestens nach dem Seitenwechsel gelang in einem Abstand von zwanzig Minuten der entscheidende Doppelschlag zum 3:0 Endstand, den sie sich absolut verdient haben und in der Meisterschaft somit weiter vorne dran bleiben.

Kurios: Sehr auffallend im Gegensatz zum österreichischen Unterhaus ist die Fairness, die an dem Tag gelegt wurde.
Gerade mal eine einzige gelbe Karte war im ganzen Spiel präsent, was aber auch an der souveränen Schiedsrichterin liegen könnte... ;-)

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