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SV Gloggnitz - USC Kirchschlag/BW

15.04.2018- Gloggnitz/Niederösterreich
Sportplatz
350 Zuschauer
Gebietsliga Süd/Südost

SV Gloggnitz - USC Kirchschlag/BW 1:1


Sofort nach Spielende in der Steiermark führte mich die Reise zum dritten und letzten Spiel des Tages! Etwa dreißig Minuten von Veitsch entfernt trug der SV Gloggnitz sein wichtiges Heimspiel in einem direkten Duell um den möglichen Aufstieg aus, dessen Umstand mich stark überraschen sollte!

Nachdem ich einen sehr guten Parkplatz für mein Auto finden konnte, ging es sofort zur Kassa wo mich der erste Schock erwartete: Obwohl ich fast 15 Minuten vor Spielbeginn eintraf, wartete tatsächlich eine längere Menschenschlange darauf um das Vereinsgelände zu betreten. Somit entstand auch für mich wieder der ewige Kampf, um den Anstoß überhaupt pünktlich mitzuerleben..

Wie durch ein kleines Wunder kam ich gerade noch rechzeitig durch die Kassa durch, wo man leider nur einen klassischen Eintrittskupon erlangte. Dafür war der Rest der Sportanlage höchst positiv zu bewerten:

Mit einer großen überdachten (und gefüllten) Tribüne plus einem Gestell direkt daneben ist man von der Infrastruktur sehr gut bedient, damit könnte man problemlos in der Regionalliga auflaufen.

Am Weg zur Längsseite trifft man weiters auch auf zwei Stände, bei der man entweder Lose oder eine gute Verpflegung kaufen konnte! Für mich ging es im Laufe der ersten Halbzeit in die Kantine, wo man sogar frische Krapfen und andere Köstlichkeiten verkosten durfte - für jeden hungrigen Besucher ist ein Besuch beim SV Gloggnitz ein absolutes Ziel und absolut zu empfehlen!

Dank der innenstädtischen Lage war ein Blick auf die schöne Kirche als Hintergrund ebenfalls ein Blickfang für die Kamera, dessen Bilder diesen Eindruck mit Sicherheit bestätigen werden. Die Stadt selbst hat mit 6.000 Einwohnern übrigens den Beinamen "Stadt in den Bergen", da sie geografisch gesehen am südwestlichen Zipfel des Wiener Beckens liegen...

Der SV Gloggnitz hat als Verein eine besondere Chronik aufzuweisen. 1922 gegründet, spielte der Klub kurz nach dem zweiten Weltkrieg tatsächlich für eine kurze Zeit in der Staatsliga A, was damals die höchste Spielklasse darstellte. Nicht selten kamen natürlich tausende Besucher angereist um die großen Spiele gegen Austria und Rapid Wien zu sehen, ehe es im Wandel der modernen Zeit immer weiter runter ging.

Mittlerweile sind sie in der sechstklassigen Gebietsliga angekommen, wo sie seit 2008 ununterbrochen Fußball spielen. Nach vielen Höhen und Tiefen entstand in dieem Saisonverlauf ein Vierkampf um den Titel und den damit verbundenen Aufstieg, wo der SV Gloggnitz ebenfalls ein großes Wort mitredet!
Mit dem USC Kirchschlag/BW als Gast kam nicht nur ein zusätzlicher Fanklub angereist, sondern auch der direkte Gegner mit nur zwei Punkten Rückstand...

Zum Spiel: Vor fast 400 Zuschauern entwickelte sich eine gleichwertige Partie, die im Endeffekt ohne Tore und sogar ohne Karten blieb - einzig ein vergebener Strafstoß bleibt in Erinnerung.
Erst nach Seitenwechsel gingen die Heimischen unter großen Jubel in Führung, weil man vorallem über die Seiten brandgefährlich vor das Gehäuse kam und vorerst einnetzen konnte!
Allzulange hielt dieser Vorsprung aber nicht, denn mit dem Ausgleich nach fast 70 Minuten teilen sich beide Mannschaften den Zähler, der zwar keinen nützt aber auch nicht weh tut - denn die Konkurrenz ließ ebenfalls Punkte liegen!

Somit bleibt der Vierkampf weiterhin völlig offen und hält ein spannendes Saisonfinish in Aussicht - für neutrale Beobachter ist das natürlich ein freudiges Ereignis. Für den SV Gloggnitz geht es jetzt erst recht in den nächsten Wochen um alles oder nichts, weil die beiden anderen Konkurrenten noch im direkten Duell warten und diese Duelle die Entscheidung bringen werden...

Für mich persönlich kann man dieses Wochenende als höchst erfolgreich und intensiv bezeichnen. Nicht weniger als sieben Fußballspiele wurden seit Freitag 17:30 besucht, in 48 Stunden eine mehr als beeindruckende Quote!

Kurios: Sehr amüsant gestaltete sich die Meldung vom Platzsprecher, als dieser versuchte mit dem Zwischenstand des Wiener Derby etwas Emotionen zu erzeugen: "Liebe Zuschauer, Rapid führt jetzt im Derby mit 2:0...falls es jemanden interessiert!" Das hat es dem Anschein nach tatsächlich herzlich wenig... ;-))
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